Tuesday, September 07, 2010

D.C, fuer Anfaenger

Bilder die dazu gehoeren!





Hallo Ihr Lieben,
Ich dachte es sei Zeit, dass ich mich melde. Aber wo soll ich anfangen?
Mir geht es sehr gut in den Staaten. Nach einem langen Flug (10+ Stunden) bin ich fröhlich (aber auch mit Schmerzen) am 19. August zu Hause in Grand Rapids, Michigan angekommen. Zwar nur für ein paar Tage, da ich am 23. schon nach D.C. losfahren musste. Aber zuhause war ich trotzdem, habe meine Familie und Freunden gesehen und Michigan im Sommer für 2 Tage genossen.
Mein Papa und ich haben einen PKW für 3 Tage gemietet und sind damit am Montag, 23. August losgefahren nach Washington, D.C. Er hat mich und meine Sachen sicher nach Washington D.C. gebracht, mich auch noch netterweise zu IKEA und dem Supermarkt gefahren damit ich ein paar notwendige Sachen (ein Bett, Milch und Muesli, z.B.) besorgen könnte und hier meine Fusse auf den „Boden“ stellen knnte. (Michigan nach Washington sind ~ 12 Studen mit dem Auto, für diejenigen, die es wissen möchten).
Ich wohne hier in einer kleinen Wohnung mit einer Mitbewohnerin die auch in Georgetown ihr Masterstudium dieses Jahr beginnt. Sie heisst Laura, kommt aus Richmond, Virgina und ist soweit sehr lieb. Wir verstehen uns schon sehr gut miteinander.
Und jetzt der lustigste Teil der „Umzugs“-Geschichte: Drei Tage nach meinem ankommen habe ich Abends ein bisschen Luft gebraucht und bin spazieren gegangen in der Nachbarschaft. Ich kam zu einer grossen Straße und habe dort ein Restaurant gesehen das Gelb, Rot und Schwarz gestrichen war.  Ich habe dann angehalten, da das Restaurant „Old Europe“ heißt und ich ihre Karte natürlich anschauen wollte. Ich war erstaunt – sie hatten echte deutsche Sachen – das Menü war sogar auf Deutsch geschrieben:  Sauerbraten, Bauernwurst, Schnitzel – alles war da. Da kam eine Frau raus, das Plakat mit ihrer Tageskarte reinzubringen.  Neugierig fragte ich sie, ob sie Deutsche sei. „Ja“ sagt sie und ich stelle mich vor und sagte, dass ich gerade zurück aus Deutschland gekommen bin und jetzt hier anfänge zu studieren. „Suchen sie Arbeit?“ fragt sie mich. „ahhh..Ja!“ sagte ich, ein bisschen überrascht. Am nächsten Tag bin ich hingegangen und sie haben mich sofort genommen. Die Chefin (Eine Deutsche Frau die mit dem amerikanischen Besitzer des Restaurants verheiratet ist)  hat mir eine Dirndl gefunden. Nun bin ich die neue Kellnerin bei Old Europe Restaurant in Washington D.C. Verrückt, wie der Herr für uns sorgt, oder? Dort sind echte Deutsche in der Küche und ich spreche regelmäβig auf Deutsch mit den Gästen und meinen Kolleginnen. Ich darf auch dort Spätzle, Rotkohl und (das beste) echte deutsche Brot(!!) essen. (Hier in Amerika ist das Brot nach meinem jetzigen Geschmack viel zu weich). Und noch besser: Unsere Senf und Gurken im Restaurant kommen alle von Hengstenberg. Wo sonst?! Lustigerweise habe ich jetzt HIER unteranderem gelernt, wie man einen Hefeweizen richtig einschenkt! J (Heute habe ich Gäste aus Reutlingen übrigens bedient. Die Welt ist klein).
Mein Deutsch verlernen, werde ich aufjedenfall nicht. Bei der Arbeit darf ich ja Deutsch sprechen, aber auβerdem habe ich die Gelegenheit hier auf der Uni einen Deutschkurs zu machen. Er heiβt „Literature of Migraton“ und wir werden Literatur, Politik und Filme über Migration und Gastarbeiter in Deutschland studieren. Meine Professorin unterrichtet Deutsche Literatur aber hat ihre Ausbildung in Theater und unterrichtet auch Politik. Sie ist übrigens Deutsche und gefällt mir soweit sehr! Ich werde durch diesen Kurs mein geschriebenes Deutsch hoffentlich verbessern können und ein bisschen mehr politische Information über die Menschen mit welchen ich in Esslingen so lang gearbeitet habe bekommen. Darüberhinaus habe ich eine andere Studentin meines Masterprogramms kennengelernt, die aus der Schweiz kommt. Wir reden oft zusammen auf Deutsch und beschweren uns über (unter anderem) den amerikanischen Kaffee zusammenJ
Mein „Traumstudium“ hat mich bis jetzt nicht enttäuchst. Ihr wiβt hoffentlich, dass es mir gar nicht leicht gefallen ist, Esslingen und die Jugendarbeit dort zu verlassen in der Hoffnung dass dieser „nächste Schritt“ der richtige sein wird. Ich kann aber nun sagen, dass ich 100% davon uberzeugt bin das es der richtige war. Mein Masterprogramm hier in Konfliktversöhnung  ist sehr interessant. Ich habe Kursen mit weltberühmten Professoren; Menschen, welche wenn sie dich nicht unterrichten Regierungen und Präsidenten beraten! Ich habe eine Klasse voll mit andere Studenten die genau wie ich „die Welt retten“ möchten, die (wie ich) überall gewohnt haben (manche sogar mehr als ich!) und jeder einzelne hat eine faszinierende Lebensgeschichte und Lebensplan.
Auβerdem ist die Uni voller toller Angeboten, Dienstleistungen ( Die Bibliothek ist z.B. riesig!!) und einfach coole Menschen, die alle da sind die „Lebensträumen“ von uns Studenten möglich zu machen.
Gerade könnte ich nicht glücklicher sein. Ich habe zwar sehr, sehr viel Arbeit vor mir. Ich suche noch eine Gemeinde wo ich mich „zuHause“ fühle (das Problem in Amerika ist nicht dass es zu wenig sondern zuviele gibt!). Freunde werd ich auch über Zeit finden. Angefangen habe ich ja schon J  Soweit geht es mir gut.
Ich muss noch mal danke sagen, dass so viele von Euch an mich wegen meinem Geburtstag und dem Umzug gedacht haben. Ich denke oft an Euch und habe viele Erinnerungen von Deutschland in meiner neuen Wohnung, damit ich täglich an mein „Deutsche Sein“ und Euch meine Deutschen „Familie“ denken kann.
Es freut mich wenn ihr Euch meldet- macht das mal! Oder komm mich doch mal besuchen!
Viele liebe Grüβe schick ich von der anderen Seite des Ozeans.
Eure Amanda.